Warum ist gute Immobilienfotografie so wichtig? Mit schönen Immobilienfotos finden sich schneller passende Interessenten.
Wie Sie dabei am besten vorgehen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

#1 Vorbereitung

Grundvoraussetzung für gute Immobilienfotografie sind Ordnung und Sauberkeit. Störende Gegenstände wie Geschirr, Putzutensilien, Schuhe, Fernbedienungen, Hygieneartikel und Mülleimer sollten versteckt werden. Dekorative Gegenstände wie Pflanzen oder Kerzen sind dagegen willkommen. Öffnen Sie vor dem Fotografieren Rollladen oder Jalousien und machen Sie die Lichter an. So schaffen Sie eine offene und gemütliche Atmosphäre.

Für Außenaufnahmen gilt das Gleiche: Gartenschläuche, Mülltonnen und Spielzeug wirken chaotisch. Parken Sie Ihr Fahrzeug am besten nicht direkt vorm Haus. Gelungene Außenaufnahmen bieten einen freien Blick auf eine saubere Einfahrt, einen gemähten Rasen und ein aufgeräumtes Grundstück.

#2 Stativ

Der wichtigste Ausrüstungsgegenstand eines Immobilienfotografen ist das Stativ. Ein Stativ in Verbindung mit einer (digitalen) Wasserwaage ist Voraussetzung für korrekt ausgerichtete Aufnahmen. Ob fürs Smartphone oder Kamera: Ein schwereres Stativ ist tendenziell besser geeignet, weil es eine höhere Stabilität bietet. Wichtig ist auch, dass Sie es mindestens auf Bauch- oder Brusthöhe ausfahren können.

#3 Komposition

Denn diese Höhe ist für die meisten Immobilienaufnahmen optimal. Stellen Sie Ihr Stativ dann möglichst mittig an eine Wand, so dass Sie in Richtung der gegenüberliegenden Wand fotografieren. Diese klassische Komposition ist besonders bei symmetrisch gestalteten Räumen empfehlenswert. Für eine dynamischere Perspektive können Ihr Stativ in einer Ecke platzieren und im 45 Grad-Winkel in den Raum fotografieren.

#4 Kamera Einstellungen

Um das Maximum aus Ihrer (Smartphone-) Kamera herauszuholen, nutzen Sie den manuellen Modus. Bei manchen Smartphones wird das „Pro“ genannt. Hier stellen Sie die Belichtung so ein, dass der Innenraum (bzw. bei Außenaufnahmen die Fassade) korrekt belichtet wird. Als ISO (= Lichtempfindlichkeit) wählen Sie am besten den Wert 100.

Wenn Sie ein aktuelles Smartphone haben, können Sie auch die HDR-Funktion aktivieren. Dann haben Sie zwar keinen Einfluss das Rauschverhalten, erhalten aber korrekt belichtete Fenster. Gerade bei Fenstern mit schöner Aussicht ist die HDR-Funktion empfehlenswert.

Unabhängig vom gewählten Modus: Verwenden Sie bei Stativaufnahmen immer den Selbstauslöser oder Timer. 2-5 Sekunden reichen schon aus, damit die Bilder auch bei längeren Belichtungszeiten nicht verwackeln. Alternativ können Sie für Ihre Kamera einen Fernauslöser verwenden.

#5 Außenaufnahmen

Die genannten Punkte treffen auch auf Außenaufnahmen zu. Hinzu kommt hier das Wetter: Fotografieren Sie das Haus möglichst dann, wenn der Himmel blau ist. Am besten machen Sie die Außenaufnahmen morgens oder am frühen Abend. Das Licht ist dann weicher als zur Mittagszeit.

#6 Bildbearbeitung

In der Bildbearbeitung kann man kleine Fehler korrigieren und die Bilder optimieren. Bekannte Programme sind z. B. Photoshop, Affinity Photo und Gimp. Letzteres ist kostenlos und bietet alle Funktionen, die Sie für die Bearbeitung Ihrer selbst erstellten Immobilienfotos benötigen.


Bildbearbeitung mit Gimp

So kann man bei Gimp ein Raster einblenden (Ansicht > Raster anzeigen) und den Ausschnitt bei Bedarf korrigieren (Werkzeuge > Transformationen). Über Farben lassen sich unter anderem Kontrast und Helligkeit einstellen. Damit das fertige Bild auf der Website scharf dargestellt wird, sollten Sie es vor dem Upload auf die korrekte Größe skalieren (Bild > Bild skalieren). Als letzten Schritt können Sie bei Bedarf die Schärfe erhöhen (Filter > Verbessern > Schärfen).


Der Aufwand lohnt sich: Mit den gezeigten Tipps erzielen Sie sichtbar bessere Ergebnisse in Ihrer Immobilienfotografie.

Autor: Christian Lingnau, Immobilienfotograf aus Leipzig. Website: https://immofoto-leipzig.de/